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Offener Brief
Unterzeichnen Sie den offenen Brief und machen Sie Ihre Stimme hörbar.
Der Bundesrat hat am 13. Mai 2026 beschlossen, die UNO-Agenda 2030 von einer verbindlichen Transformationsagenda zu einem blossen «Referenzrahmen» abzustufen. Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft fordern Bundesrat, Parlament und Kantonsregierungen auf, die Empfehlungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle umzusetzen, das SDG-Rahmenwerk zu stärken und die Post-Agenda-2030-Verhandlungen aktiv mitzugestalten.
Vollständigen Brief lesen
An den Schweizerischen Bundesrat An das Eidgenössische Parlament An die Konferenz der Kantonsregierungen
OFFENER BRIEF
von Führungskräften aus Wirtschaft und Wissenschaft
zum Entscheid, die Nachhaltigkeitsziele der UNO-AGENDA 2030 zurückzustufen
Die Unterzeichnenden sind Führungskräfte aus der Wirtschaft, führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und besorgte Stimmen aus der Bevölkerung.
Der Bundesrat hat am 13. Mai 2026 beschlossen, die Nachhaltigkeitsziele der UNO-Agenda 2030 abzuschwächen. Vor diesem Hintergrund wenden wir uns aus grösster Sorge mit einem offenen Brief an unsere Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, damit ein grösserer Schaden für uns und die nächsten Generationen abgewendet werden kann.
Während bisher die konkrete Umsetzung der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) im Vordergrund stand, spricht der Bundesrat neu nur noch von einem «Referenzrahmen». Die Agenda 2030 ist damit keine Transformationsagenda mehr. Die wichtigsten Treiber einer nachhaltigen Entwicklung wurden gezielt ausgehebelt.
Dieser Entscheid des Bundesrates geschieht in geopolitisch unsicheren Zeiten und ausgerechnet einen Monat nachdem die Eidgenössische Finanzkontrolle mehr Engagement der Schweiz im Bereich der Nachhaltigkeit gefordert hatte.
Der Schritt des Bundesrates, die Nachhaltigkeitsziele zurückzustufen, ist nicht nur unverständlich, sondern problematisch. Er gefährdet den langfristigen Wohlstand und die Versorgungssicherheit unseres Landes. Die Schweiz muss ihre bisherige Führungsrolle bei der Agenda 2030 weiterführen!
Die Schweiz hatte bereits bei der Gestaltung und Aushandlung der UNO-Agenda 2030 eine international führende Rolle übernommen. Dies ganz nach ihrem Verfassungsauftrag, die nachhaltige Entwicklung zu fördern. (Art. 2 BV). In diesem Sinn hat die Schweiz vor zwei Jahren am «UN Summit of the Future» ihr Engagement für die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) auch nochmals bekräftigt.
Auch die Schweizer Wirtschaft war pionierhaft unterwegs und hat die globalen Nachhaltigkeitsziele fest verankert: 85% der grössten Schweizer Firmen (SMI expanded Unternehmen) berichten dazu. Nachhaltige Transformation schafft Innovation und komparative Vorteile, dafür braucht die Wirtschaft Planungssicherheit und einen Bundesrat, der diesen Weg überzeugt vorantreibt und international Führungsbereitschaft zeigt.
Gerade in turbulenten Zeiten braucht es strategische Konsequenz: Während dieser letzten Etappe der UNO-Agenda, die nach einer beschleunigten Transformation verlangt, stehen die Verhandlungen zur Post-Agenda 2030 bevor. Gerade weil die globalen Nachhaltigkeitsziele unter Druck geraten, muss sich die Schweiz jetzt mit starken Partnern positionieren, um das langfristige Rahmenwerk für Wohlstand, Stabilität und Versorgungssicherheit mitzugestalten. Die Schweiz kann ihre Rolle als neutrale Brückenbauerin wahrnehmen und eine regelbasierte, nachhaltige Weltordnung proaktiv voranbringen.
Das Bekenntnis zur UNO-Agenda 2030 ist im Interesse der Schweiz. Auch die Eidgenössische Finanzkontrolle fordert, dass die Schweiz die Nachhaltige Entwicklung weiter stärkt.
Wir richten darum an Bundesrat, Parlament und die Konferenz der Kantonsregierungen die folgende konkrete Aufforderung:
- Führungsverantwortung wahrnehmen: Empfehlungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK-25384) für eine kohärente und wirksame Umsetzung der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 umsetzen und wirksame strategische Hebel betätigen.
- Planungssicherheit schaffen: Das SDG-Rahmenwerk umsetzen & langfristig festigen, damit Wirtschaft und Gesellschaft verlässlich investieren können.
- Jetzt positionieren: Strategische Allianzen aufbauen und die Post-Agenda-2030-Verhandlungen federführend mitgestalten.
Wir appellieren an die Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen, ihre Verantwortung für eine weitere Stärkung der nachhaltigen Entwicklung wahrzunehmen. Der Moment zum Handeln ist jetzt.
Unterzeichnende
Namen, Titel, Organisationen der Unterzeichnenden
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Heidi Strebel, Co-Präsidentin SDSN Schweiz, Nachhaltigkeitsberaterin | Janet Hering, Co-Präsidentin SDSN Schweiz, ehemalige Direktorin eawag, emeritierte Professorin für Umweltbiogeochemie an der ETH Zürich | Carole Küng, Co-Direktorin SDSN Schweiz | Jorge Tamayo, Co-Direktor SDSN Schweiz
- Heidi Strebel, Co-Präsidentin SDSN Schweiz, Nachhaltigkeitsberaterin
- Janet Hering, Co-Präsidentin SDSN Schweiz, ehemalige Direktorin eawag, emeritierte Professorin für Umweltbiogeochemie an der ETH Zürich
- Carole Küng, Co-Direktorin SDSN Schweiz
- Jorge Tamayo, Co-Direktor SDSN Schweiz
